Sebastian Cobler Stiftung

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Sebastian Cobler

Sebastian Cobler

Sebastian Cobler (Foto: Karin Hill)

Sebastian Cobler wird 1948 in Berlin geboren und evangelisch erzogen. Aber Name und Konfession sind Mimikry, schon seit den 20er Jahren. Die väterliche Familie war jüdisch und hieß Cohn. Auch die mütterliche Herkunft war jüdisch geprägt. Sebastian wird dieses Geheimnis bereits als Achtjähriger entdecken. Geheimnisse haben vor ihm keine große Lebensdauer.

Er wächst in Berlin Frohnau in einem bildungsbürgerlichen und außergewöhnlich liberalen Elternhaus auf, als jüngstes von drei Kindern. Er wird sein Leben lang einen altmodisch exklusiven Habitus kultivieren, diesen aber ebenso gerne selbstkritisch ironisieren.

Er studiert in Darmstadt zunächst Mathematik bis zum Vordiplom, dann Soziologie und Philosophie bis zum Magister in der bewegten Zeit der Studentenrevolte. Cobler ist Asta-Vorsitzender mit durchaus linker Anhängerschaft, aber allen Versuchen, vereinnahmt zu werden, widersteht er.

Schließlich geht er zum Jurastudium nach Frankfurt. Seine Promotion erscheint 1976 in erweiterter Fassung als Buch: „Die Gefahr geht von den Menschen aus. Der vorverlegte Staatsschutz“. Er bereitet das III. Internationale Russell-Tribunal (1978/79) mit vor, tritt dort auch als wichtiger Gutachter auf.

1982 erhält er seine Zulassung als Rechtsanwalt. Den Stoff zur Robe läßt er sich aus einem Münchner Spezialgeschäft kommen. Das muß sein: eine Robe so makellos wie sein Auftreten und seine Anträge als Strafverteidiger. Oder wie seine zuweilen polemischen Aufsätze von hohem Rang.

Bundesweit bekannt wird er durch Verteidigungen in bedeutenden politischen Prozessen, oder auch in den „kleinen“ gegen Engagierte in der Friedensbewegung. Zuletzt, bereits schwer erkrankt, macht er als Strafverteidiger im Memminger Abtreibungs-Prozeß von sich reden.

Er stirbt im September 1989.

Ein Verzeichnis seiner Publikationen finden Sie hier: Bibliographie Sebastian Cobler


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