Sächsischer Förderpreis für Demokratie 2015 in Dresden verliehen
Am 9. November 2015 wurden im Max-Planck-Institut für Chemische Physik fester Stoffe in Dresden sechs sächsische Initiativen und ein Bürgermeister für ihr herausragendes Engagement mit dem Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2015 ausgezeichnet.
Die Hauptpreisträger*innen:
Die Bürgerinitiative „Gesicht zeigen“ – Netzwerk für demokratisches Handeln
erhielt den mit 5.000 Euro dotierten Hauptpreis.
Die Wahl begründete die Jury mit deren „unermüdlichen mutigen Engagement, auch unter Anfeindung, Bedrohung und vielfacher Ignoranz“. Die Bürgerinitiative reagiert auf eine Reihe von rechtsextremen Übergriffen in der Umgebung und setzt dabei auf Partnerschaften mit Gemeinwesen und Politik. Anlass zur Gründung war der Angriff von drei Neonazis auf einen alternativen Jugendlichen in Lunzenau Anfang 2012. Die Jury hob den persönlichen Einsatz des Bündnisses hervor: „Es stemmt über Jahre ein beeindruckendes inhaltliches Programm, das bisher vor allem aus privaten Aufwendungen der Mitglieder finanziert wird.“
Der undotierte Kommunenpreis wurde an Jürgen Opitz, Bürgermeister der Stadt Heidenau, verliehen.
Die Stadt Heidenau wurde überregional bekannt, als es im August zu tagelangen gewalttätigen Ausschreitungen im Anschluss an eine flüchtlingsfeindliche Demonstration der NPD kam. Die Jury würdigte die klare Haltung des Bürgermeisters der Stadt, Jürgen Opitz, der die Übergriffe scharf verurteilte und für Solidarität mit den Flüchtlingen wirbt: „Jürgen Opitz ist ein Hoffnungsträger in der sächsischen Kommunalpolitik. Wie andere Bürgermeister sorgte er sich um die Verurteilung einer ganzen Stadt, ohne zu beschönigen, dass auch Bürger aus Heidenau unter den Demonstranten waren.“
Die Anerkennungspreise in Höhe von je 1.000 Euro gingen an:
• Banda Comunale, Dresden – mit der Initiative Neujahrsputz und der Angsthasen Prozession
• Bündnis „Willkommen in Roßwein“
• Initiativkreis Antirassismus, Leipzig – mit dem Projekt „Die verschwiegenen Toten“
• Legida? Läuft nicht. Leipziger Studierende gegen Rassismus
• Schüler für Flüchtlinge, Bischofswerda
In ihrer Laudatio würdigte die Journalistin und Moderatorin Anja Reschke alle nominierten Initiativen für ihr mutiges Engagement in Orten und Regionen, in denen rechtsextreme Bedrohungen und Gewalt alltäglich sind.
Yellow Umbrella und Sebastian Krumbiegel sorgten für gute Stimmung. Insgesamt 64 Initiativen, Projekte, Kommunen und Landkreise hatten sich an der Ausschreibung zum Sächsischen Förderpreis für Demokratie 2015 beteiligt.
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